7 Orte, die du besuchen solltest, solange du noch kannst

Unsere wunderschöne Erde ist reich an Naturphänomenen und faszinierenden Orten. Mystische Regenwälder, farbenfrohe Korallenriffe, mächtige Wüsten und schroffe Eislandschaften sind nicht nur Lebensraum zahlreicher Pflanzen-und Tierarten sowie Völkern, sondern auch beliebte Touristenziele. Doch aufgrund von Terrorismus, globaler Erwärmung, Umweltverschmutzung oder anderer Umstände sind viele dieser zauberhaften Landschaften vom Untergang bedroht. Hier haben wir 7 atemberaubende Orte ausgesucht, die vielleicht schon bald nicht mehr da sein könnten.


Der Krater von Derweze

Der Krater von Derweze in Turkmenistan wird auch das “Tor zur Hölle” genannt. Seit den 1970er Jahren lodern hier Flammen. Damals stießen Geologen bei Probebohrungen auf ein unterirdisches Erdgasfeld. Die Höhle unter der Bohrplattform fiel zusammen, sodass ein klaffendes Loch mit circa 70 Metern Durchmesser entstand. Um das Ausströmen von giftigem Methangas zu unterbinden, entschied man sich dazu, das Gas anzuzünden. Die Hoffnung, das Gas würde schnell abbrennen, erfüllte sich jedoch nicht, stattdessen brennt nun ein ewiges Feuer, Versuche, die Flammen zu löschen, sind bisher gescheitert. Eines Tages jedoch wird kein Gas mehr austreten und dann wird das brennende Loch von selbst erlöschen. Falls du dieses Naturphänomen noch mit eigenen Augen sehen möchtest, solltest du also bald eine Reise nach Turkmenistan einplanen!


Die Malediven

Viele kennen die zauberhafte Inselwelt der Malediven als beliebtes Urlaubsziel. Weißer Sand, türkisblaues Meer und eine schillernde Artenvielfalt von Fischen, Korallen, sogar Schildkröten: Ein Traum für Schnorchler und Taucher. Doch der Inselstaat könnte bald schon im Meer versinken. Die Malediven sind das am niedrigsten liegende Land der Erde, 80% der Inselwelt ragen nur knapp einen Meter aus dem Wasser. Durch den ansteigenden Meeresspiegel drohen die rund 1,200 kleinen Inseln im nächsten Jahrzehnt vollkommen überschwemmt und somit unbewohnbar zu werden. Die 350 000 Bewohner der Malediven müssten dadurch evakuiert werden und wären die ersten Flüchtlinge, die durch globale Erwärmung aus ihrem Land vertrieben werden. Diese Gefahr ist so realistisch, dass sich der ehemalige Präsident des Inselstaates, Mohammed Nasheed, schon im Jahr 2008 Gedanken über eine Umsiedlung gemacht hat: Ganz vorn im Rennen sind das extrem dünn besiedelte Australien, jedoch auch Indien oder Sri Lanka könnten nach seinen Vorstellungen das neue Heimatland der Malediven-Bewohner werden.

 

Die malerischen Inseln der Malediven könnten innerhalb des nächsten Jahrzehnts überschwemmt werden

 

Die Lehmmoscheen von Timbuktu

Die Moscheen von Timbuktu in Mali wurden vermutlich im 14. oder 15. Jahrhundert erbaut. Dabei handelt es sich nicht nur um einen Ort zum Beten, sondern um die Grabstätten der Heiligen Sidi Mahmud, Sidi Moctar und Alpha Moya. Schon seit 1988 gehört die Stätte in Timbuktu zusammen mit 16 Friedhöfen und Mausoleen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Bauwerke wurden im Jahr 2012 von der islamistischen Gruppe Ansar Dine zerstört.


Das Great Barrier Reef in Australien

Das Great Barrier Reef ist mit einer Fläche von etwa 347.800 km² das gößte Korallenriff der Welt und kann mit bloßem Auge vom Weltall aus gesehen werden. Jährlich gehen hier etwa 2 Millionen Touristen tauchen oder schnorcheln.

Im Jahr 1981 wurde es zum Weltkulturerbe erklärt. Bereits seit Mitte der 1980er Jahre ist das Great Barrier Reef stark gefährdet durch Umweltfaktoren wie globale Erwärmung, Übersauerung der Ozeane und häufiger auftretende Zyklone. Dornenkronenseesterne ernähren sich von Steinkorallen und treten in regelmäßigen Intervallen als Plage immer wieder auf – Millionen von Seesternen können dann ein einziges Riff überfallen und nur Korallenskelette zurücklassen. Am Great Barrier Reef sind so bereits große Schäden entstanden. Es ist jedoch auch von der Korallenbleibe bedroht. Etwa 5% des Riffs wurden dadurch bereits irreperabel zerstört! Die Korallenbleiche tritt bei zu hohen Wassertemperaturen auf:  Zooxanthellen, mit denen Korallen in einer Sybmiose leben, reagieren empfindlich auf Wärme und beginnen bei zu warmen Wassertemperaturen Giftstoffe zu produzieren. Als Folge werden sie von den Korallen abgestoßen. Ohne Zooxanthellen können sie jedoch nicht lange überleben und sterben so zwangsläufig ab, wenn die Wassertemperatur dauerhaft hoch bleibt.

 

Die farbenfrohen Korallen des Great Barrier Reefs sind von der Korallenbleiche betroffen

Ruinenstadt Chan Chan Peru

Chan Chan war die Hauptstadt des Chimu-Reiches, eine Kultur die sich von circa 1250 bis 1470 im Norden von Peru durchsetzte. Chan Chan war damals die größte Stadt des südamerikanischen Kontinents und soll bis zu 100.000 Einwohner beherbergt haben. Noch heute lassen sich reich verzierte Festsäle und Überreste anderer Konstruktionen besichtigen. Das Besondere an der Stadt ist die Tatsache, dass sie aus Lehm gebaut wurde. Genau das wird ihr nun jedoch zum Verhängnis. Durch die Klimaveränderung wüten nun immer häufiger heftige Stürme in einer Region, die jahrtausende lang kaum Regen sah. Die empfindlichen Lehmkonstruktionen laufen daher Gefahr, weggespült zu werden. Aber auch illegal Ansiedlungen auf dem Gelände führen zu Zerstörungen.


Minarett von Jam

Das Minarett von Jam ist mit einer Höhe von 65 Metern das zweitgrößte Backstein-Minarett der Welt. Es wurde vermutlich im 12. Jahrhundert erbaut und liegt strategisch günstig am Fluss Hari Rud. Messungen in den 1990er Jahren haben ergeben, dass der Fluss das Fundament des Minaretts wegspült. Ähnlich wie der schiefe Turm von Pisa hat sich auch dieses Bauwerk zu neigen begonnen. Um einen Einsturz zu verhinden wurden feste Steinmauern installiert. Leider wurden seitdem keine neuen Pläne zur Stabilisierung des Turms vorgestellt.


Die Felszeichnungen von Tadrart Acacus

Das Gebirge im Südwesten Libyens ist bekannt für seine Jahrtausende alten Felszeichnungen aus der Zeit um circa 4000 v. Chr. Diese wurden im Jahr 2014 von libyischen Dschihadisten teilweise zerstört.

 

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