Flugausfall: Das kannst du tun!

Der Horror jedes Flugreisenden: Auf den großen Anzeigetafeln im Terminal steht zuerst “verspätet”, dann heißt es wenig später: Der Flug ist gestrichen!

Für so manchen bedeutet das geplatzte Geschäftstermine, verpasste Anschlussflüge oder ein verpatzter Urlaubsbeginn. Ein Flugausfall vermiest schnell die Vorfreude auf die Ferien, jedoch musst du das gar nicht einfach so hinnehmen! Im Folgenden haben wir ein paar Tipps für dich gesammelt, wie du im Falle eines gestrichenen Flugs zu deinem Recht kommst.

Muss ich eine Anullierung einfach hinnehmen?

Ganz klar nein! Du hast als Fluggast viel mehr Rechte, als du vermutlich weißt.

Wenn du auf einem Flug gebucht warst, der entweder in Europa startet oder landet und darüber hinaus von einer europäischen Fluggesellschaft durchgeführt wird, so unterstützt dich die europäische Fluggastrechte-Verordnung. Wird der Flug annulliert, muss sich die Airline schnellstmöglich darum bemühen, dir einen Ersatzflug zu organisieren! Alternativ, falls du gar nicht mehr fliegen willst, muss sie dir den vollen Flugpreis erstatten.

Du hast übrigens ein Recht auf eine Entschädigungszahlung. Diese kann zwischen 125€ und 600€ liegen, je nachdem ob es sich um einen Kurz-, Mittel- oder Langstreckenflug handelt, und gilt auch dann, wenn du bereits auf einen Ersatzflug gebucht wurdest oder dein Geld zurückerhalten hast.

 

Unter welchen Umstaenden erhalte ich den Schadensersatz?

Du hast dann Recht auf eine Entschädigungszahlung, wenn du weniger als 14 Tage vor Abflug von der Anullierung in Kenntnis gesetzt wurdest. Auch wenn dein Flug nicht gestrichen, sondern nur über mehrere Stunden vorverlegt wurde, hast du Anspruch auf Schadensersatz. Die festen Annulierungsfristen findest du hier.

 

Flugausfall! Lass dir nicht die Laune verderben und kenne deine Rechte

 

Was sind außergewöhnliche Umstände?

Als im Jahr 2010 der isländische Vulkan Eyjafjallajökull tagelang Asche spuckte, strandeten Hunderttausende auf Flughäfen im In-und Ausland. Die Airlines waren für dieses Naturspektakel nicht verantwortlich und mussten folglich natürlich auch keine Entschädigungen zahlen. Zu außergewöhnlichen Umständen gehören unter anderem politische Instabilitat, Streiks, Vogelschlag und Unwetter wie Nebel, Hagel, Sturm oder starker Schneefall.

 

Was kannst du also tun, um zu deinem Recht zu kommen?

 

Auf Unterstützung und Expertenrat setzen

Ist es dir auch schon mal passiert, dass du dich bei einer Airline beschwert hast und mit einem mickrigen Restaurant-Gutschein abgespeist wurdest? Viele Airlines sind ziemlich zäh, wenn es um Beschwerden geht. Es kann passieren, dass deine E-Mails und Anrufe unbeantwortet bleiben oder man dir mit einem Gutschein Kulanz suggerieren möchte, oder gar, dass dir nicht mehr zusteht. Lass dich nicht als naiv darstellen und hol dir notfalls professionelle Hilfe. Platformen wie Flighright oder Fairplane setzen sich für dein Recht ein – und ziehen notfalls sogar vor Gericht.

 

Nicht eigenmächtig buchen

Du solltest niemals eigenmächtig umbuchen, denn sonst verlierst du möglicherweise deinen Anspruch auf eine Entschädigungszahlung. Dir einen neuen Flug zu organisieren, ist Aufgabe der Airline. Falls du doch die Dinge selbst in die Hand nehmen möchtest, solltest du dir auf jeden Fall von der Airline eine schriftliche Genehmigung einholen, damit du letztendlich nicht auf den Kosten sitzen bleibst.

 

Sei vorbereitet

Wurde dein Flug tatsächlich gestrichen, kannst du an der Situation erst mal nichts machen. Besser ist es, vorbereitet zu sein und schnell reagieren zu können. Sobald die Anullierung bekannt gegeben wurde, reihe dich sofort in die Schlange am Airline-Schalter ein. Deine Dokumente solltest du in einer separaten Dokumententasche aufbewahren, damit du alles schnell zur Hand hast. Kontaktnummern können ebenfalls von Vorteil sein, denn wenn du direkt bei der Airline anrufst, statt in der Schlange zu warten, hast du einen zeitlichen Vorsprung und dir wird vielleicht sogar schneller geholfen.

Wer mit kleinen Kindern reist, sollte zwecks Beschäftigung auch ein paar Snacks und Spielzeuge einpacken. So kannst du dein Kind immerhin bei Laune halten, während du alles andere organisierst.

Wenn möglich, reise bevorzugt mit Handgepäck, denn dieses hast du im Falle einer Umbuchung schon direkt zur Hand. Andernfalls läufst du Gefahr, dass du am Ziel ankommst und erst mal ohne Koffer da stehst, weil etwas schief gelaufen ist.

Du hast als Fluggast ein Recht auf kostenlose Verpflegung am Flughafen sowie unter Umständen eine Übernachtung im Hotel. Falls du dich doch selbst darum kümmern müsstest, bewahre unbedingt alle Rechnungen auf! Du kannst dir das Geld, das du ausgegeben hast, auch im Nachhinein noch erstatten lassen. Praktische Hotel Apps wie Opodo helfen dir, noch im Flughafenterminal rasch ein günstiges Hotelzimmer zu finden.

 

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