Kinderbetreuung: Tagesmutter oder KiTa?

In Deutschland hat eine Frau Anspruch auf 14 Wochen Mutterschaftsurlaub, die Elternzeit – also eine unbezahlte Freistellung von der Arbeit – kann bis zu 36 Monate lang in Anspruch genommen werden. Viele Mütter kehren anschließend, auch aus finanziellen Gründen, in den Job zurück und brauchen von diesem Moment an Betreuung für ihre Kinder. Was jedoch ist das richtige Modell? Grundsätzlich gibt es für besonders junge Kinder zwei Alternativen: Tagesmutter oder Kita. Die Entscheidung, was für Eltern und Kind besser ist, ist schwierig und kommt auf verschiedene Faktoren an. Im folgenden haben wir für euch einen Vergleich zwischen Kita und Tagesmutter gezogen.

 

Tagesmutter

Ein großer Vorteil bei der Tagesmutter ist die kleine Gruppengröße. Üblicherweise passen Tagesmütter auf 3-4 Kinder auf, die auch meistens in der gleichen Altersgruppe sind, also beispielsweise alle unter 3 Jahre alt. So spielen die Kinder gemeinsam und es besteht die Möglichkeit alle auf ähnliche Art und Weise zu fördern.
Bei einer Tagesmutter herrscht außerdem normalerweise ein weniger fester Tagesablauf als bei einer Kita. Das kann positiv sein, jedoch auch Nachteile haben. Grundsätzlich kommt es auf den eigenen Geschmack und die persönliche Einstellung an, ob man sein Kind an einen strikten Tagesablauf gewöhnen möchte, oder eine individuellere Behandlung vorzieht. Grundsätzlich können Einzelwünsche aber besser realisiert werden, denn eine Tagesmutter kümmert sich um eine kleinere Gruppe von Kindern und kann so besonders auf jedes Kind eingehen. Ob das zu Hause einer Tagesmutter kindgerecht eingerichtet ist, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Es ist jedoch definitiv ein Punkt, auf den man bei der Auswahl achten sollte! Gibt es einen Garten, ist das Bad kindgerecht? Was ist das Programm der Tagesmutter, geht sie mit den Kindern auf den Spielplatz oder in den Wald? Kläre auch ab, wie sie die Kinder beschäftigt. Dürfen sie den ganzen Tag spielen oder beschäftigen sich die Kleinen auch mit basteln, malen, backen oder sogar Pflanzen?
Ein großer Nachteil ist die Unsicherheit, die mit einer Erkrankung oder auch dem Urlaub der Tagesmutter einhergeht. Wer passt in der Zeit auf das Kind auf? Eine Tagesmutter schafft es nicht immer eine Vertretung zu organisieren, und man selbst hat oft auch keine andere Alternative zur Hand. Wenn man jedoch eine besonders zuverlässige Tagesmutter hat und im Notfall vielleicht Oma oder Opa zum Aufpassen einspringen könnten, dann kann man sich ruhigen Gewissens für diese Betreuungsform entscheiden.

Kostenfaktor: Der Kostenfaktor ist gerade in Familien mit niedrigem Einkommen leider ein Punkt, der ebenfalls ausschlaggebend sein kann. Eine Tagesmutter verdient je nach Region zwischen 5€ und 8€, bei einer Betreuungszeit von 35 Stunden pro Woche kommt man da auf 700€ bis 1,120€ im Monat. Man kann jedoch in bestimmten Fällen beim Jugendamt einen Zuschuss beantragen.

 

Eine Tagesmutter kann voll und ganz auf dein Kind eingehen

KiTa

In einer KiTa sind die Gruppen meist viel größer, es können bis zu 10 Kinder auf üblicherweise 2 Betreuerinnen kommen. Auch das Alter ist oft gemischt, und kann je nach Kita zwischen einem Jahr bis sechs Jahre rangieren.
Das muss aber kein Nachteil sein. Die Kinder können voneinander lernen und beispielsweise ihr Sozialverhalten fördern. Andererseits ist es möglich, dass die Betreuerinnen so nicht alle Kinder auf die gleiche Art und Weise fördern können. Trotzdem solltest du im Kopf behalten, dass es sich um bestens ausgebildete Betreuer handelt, die eine mehrjährige Ausbildung abgeschlossen haben. Dein Kind ist also definitiv in professionellen Händen!
In einer KiTa herrscht oft ein strikter Tagesablauf. Das liegt auch einfach daran, dass sich die recht große Gruppe von Kindern so besser betreuen lässt. Wenn dein Kind mit einer solchen Struktur nicht besonders gut zurecht kommt, könnte es zu Beginn Probleme geben.
Der größte Pluspunkt ist die kindgerechte Umgebung. KiTas haben altersgerechtes Spielzeug, können die Kinder auf besondere Art und Weise fördern und verfügen über getrennte Schlaf-und Spielräume.

Kostenfaktor: Die Kosten für einen KiTa-Platz variieren in Deutschland und hängt vom Wohnort, Einkommen und Anzahl der Kinder ab. Grundsätzlich setzen sich die Kosten für einen KiTa-Platz aus Betreuungskosten und Verpflegungskosten zusammen. In manchen Städten sind KiTas sogar kostenfrei, in anderen Gegenden können Kosten in Höhe von bis zu 2,500€ anfallen.

 

In einer KiTa werden oft verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten

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