So bringst du deinem Kind den Umgang mit Geld bei

Die goldene Regel: Es lohnt sich zu warten

“Mama, ich will aber…” Egal, ob nur ein Schokoriegel im Supermarkt, eine neue Action-Figur, die gerade im Fernsehen beworben wurde oder auch der Teddybär im Schaufenster: Kinder wollen am liebsten alles sofort bekommen. Die Verlockungen der Konsumgesellschaft lernen Mädchen und Jungen schon im Kleinkindalter kennen, mit dem Alter wachsen dann natürlich auch die Wünsche, etwa nach Markenklamotten oder den neuesten Elektronikartikeln.

Dass man auch manchmal auf etwas verzichten muss, oder dass es sich lohnt zu warten, müssen Kinder erst einmal lernen.

Wenn dein Kind das nächste mal eine teurere Anschaffung sofort kaufen möchte, dann setzt gemeinsam ein Sparziel: Vom Taschengeld wird jede Woche ein Teil ins Sparschwein geworfen, zusätzlich kannst du den Fortschritt auch noch bildlich darstellen. So nähert sich dein Kind langsam, aber sicher seinem Ziel und kann sich schon bald das Gewünschte vom eigenen Taschengeld kaufen.

Falls du das Gefühl hast, dein Kind investiert sein Taschengeld eher impulsiv in Dinge, die schon bald ihren Reiz verlieren, dann könnt ihr auch die 30-Tage-Regel einführen (das ist nicht nur für Kinder ein guter Tipp!) Schreibe die Wünsche auf eine Wunschliste und kläre dann nach 30 Tagen mit deinem Kind ab: Möchtest du das immer noch haben? Viele Wünsche werden nämlich spontan umgesetzt. Schon wenige Tage später liegt dann das gekaufte Spielzeug unbenutzt in einer Kinderzimmerecke. Mit der 30-Tage-Regel stellst du sicher, dass dein Kind sich nur das kauft, was es auch wirklich haben möchte.

Auch Sparen will gelernt sein. Es lohnt sich aber zu warten!

Über sein Taschengeld kann das Kind frei verfügen

Du solltest deinem Kind nie verbieten, etwas von seinem Taschengeld zu kaufen, denn darüber kann es frei verfügen. Taschengeld ist ein wichtiger Teil des Erwachsenwerdens, denn so lernt dein Kind mit Geld umzugehen. Wenn es also sein ganzes Geld auf einmal für Süßigkeiten oder eine neue Puppe ausgibt, solltest du das nicht unterbinden, sondern deinen Sohn oder deine Tochter die Erfahrung machen lassen. So lernt dein Kind nämlich, wohin sein Geld fließt und dass am Ende des Monats für einen Kinobesuch vielleicht nichts mehr da ist, wenn zuvor alles in Schokolade investiert wurde.

Als einziges Hilfsmittel kannst du spendierfreudigen Kindern vorübergehend das Geld wöchentlich statt monatlich auszahlen oder auch einen Teil des Gesparten für einen bestimmten  Zeitraum verwalten, damit nicht alles impulsiv ausgegeben wird.


Lege ein festes Taschengeld ohne Kredite oder Vorschüsse fest

Lege einen bestimmten Betrag als Taschengeld fest und zahle diesen zu Anfang des Monats pünktlich aus. Wieviel Taschengeld angebracht ist, kommt natürlich individuell auf die finanzielle Situation der Familie an und auch darauf, was dein Kind vom Taschengeld alles bezahlen muss. Wenn du beispielsweise Kleidung übernimmst, dein Kind aber Kinobesuche, Spielsachen und Süßigkeiten selbst zahlst, kannst du einen niedrigeren Betrag veranschlagen. Wenn dein Kind sich komplett selbst finanziert, solltest du natürlich entsprechend ein größeres Budget einplanen. Eine Empfehlung für den idealen Taschengeldbetrag findest du hier.

Dein Kind muss lernen mit diesem Betrag auszukommen, es gibt also keinen Kredit und auch keine Vorschüsse auf das Taschengeld. Für größere Anschaffungen muss gespart werden, ansonsten muss dein Kind auch die harte Wahrheit lernen: Wenn kein Geld da ist, muss ich eben verzichten und auf den nächsten “Zahltag” warten. Ja, das klingt harsch, dein Kind lernt jedoch nur so den richtigen Umgang mit Geld.


Geld sparen ist nicht doof!

Übe gemeinsam mit deinem Kind schon früh das sparen. Du kannst beispielsweise einen Teil des Taschengeldes am Anfang des Monats ins Sparschwein werfen oder sogar auf ein Sparkonto überweisen.  Auch größere Geldgeschenke – beispielsweise zum Geburtstag – gehören auf ein Konto, statt es deinem Kind bar in die Hand zu drücken. Nach einigen Monaten sparen kann man sich dann etwas Schönes davon kaufen, zum Beispiel ein besonderes Spielzeug oder sogar ein neues Fahrrad. Dein Kind sollte sparen mit etwas Positivem verbinden, also dass es schöner ist, sich von einer größeren Summe etwas Ersehntes zu leisten, statt es über mehrere Wochen für Kleinigkeiten aus dem Fenster zu werfen.

 

Hilf deinem Kind beim Umgang mit Geld!

 

Gehe mit gutem Beispiel voran

Besonders junge Kinder müssen dieses etwas abstrakte System “Geld” und “sparen” erst mal verstehen. Versuche deinem Kind schon früh Zusammenhänge zu erklären. Was kostet die Barbie-Puppe eigentlich und wie lange muss ich sparen, um sie mir leisten zu können? Kann ich sie vielleicht irgendwo günstiger kaufen?

Sprich mit deinem Kind über Geld, zeige ihm, dass auch dir nichts in den Schoß fällt und du für deine Ziele ebenfalls hart arbeiten und eventuell sparen musst. Schäme dich nicht, deinem Kind gegenüber zuzugeben, wenn der Gürtel enger geschnallt werden muss. Wenn ein Kind sieht, dass Mutter und Vater für den Jahresurlaub sparen oder dass günstigere Lebensmittel eingekauft werden, hat das sogar einen positiven Effekt. Dein Kind lernt zu verstehen, dass auch dein Geld nicht unbegrenzt von einem Geldautomaten ausgespuckt wird, und dass es für die meisten Menschen normal ist, manchmal im Leben haushalten zu müssen. Natürlich musst du nicht verkrampft sparen und dir oder deinem Kind nie etwas Schönes gönnen. Dein Kind lernt den Umgang mit Geld aber besser, wenn auch die Eltern sich entspannt, aber konsequent an ein Budget halten, statt hemmungslos alles zu verprassen.

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