Zero Waste: Der Einstieg zum plastikverpackungsfreien Leben leicht gemacht

Plastikmüll vergiftet unsere Erde und Weltmeere

Die Müllentsorgung ist heutzutage ein Riesenproblem. Laut Spiegel  landen jedes Jahr bis zu 13 Millionen Tonnen in Meeren. Dort ballen sie sich zu riesigen Müllstrudeln in Strömungswirbeln zuammen, so wie beispielsweise der Great Pacific Ocean Garbage Patch. In diesem Müllstrudel im Nordpazifik zirkulieren schätzungweise 100 Millionen Tonnen Kunststoffmüll. Das ist eine kaum vorstellbare Menge! Diese Abfälle und Plastikteile stellen eine Gefahr für Fische, Meeressäuger wie Delfine, Vogelarten und jegliche andere Tiere dar. Zum Teil werden sie mit Nahrung verwechselt und gefressen, zum Teil verheddern sich neugierige Meeresbewohner in Netzen und Schnüren, sodass sie sich alleine nicht mehr befreien können und schließlich verenden. Wenn du auch nur eine einzige leere Wasserflasche am Strand liegen lässt, kann das katastrophale Folgen haben: Laut Umweltbundesamt  dauert es 450 Jahre, bis eine einzige Plastikflasche zersetzt ist, eine Angelschnur braucht dafür sogar 600 Jahre.

Doch wo kommt der ganze Müll eigentlich her?

Dazu brauchst du nur einmal einen Blick in deine Küchenschränke zu werfen oder Supermarktregale unter die Lupe nehmen. Die Zeiten, zu denen man noch mit der Glasflasche beim Milchbauer vorbei ging oder sein Brot in ein Tuch eingeschlagen im Einkaufskorb transportierte, sind leider vorbei. Supermärkte verpacken alles in Plastik, selbst Produkte, bei denen es gar nicht nötig wäre. Die Familie vom Blog „ZeroWasteLifestyle“ hat einmal anschaulich anhand einer Packung Kaubonbons verdeutlicht, wieviel Verpackungsmaterial auf wieviel tatsächliche Bonbons kommt. Da wird jedes einzelne Kaubonbon noch einmal extra in Plastik eingeschweißt, bevor dann alles in einer großen Plastiktüte verpackt wurd . Zu Hause oder auch unterwegs packt man die Bonbons ganz gedankenlos auf und wirft das Papierchen weg – aus den Augen, aus dem Sinn? Viele Menschen machen sich keine Gedanken darüber, was mit den Tonnen an Müll passiert.

 

In den meisten Haushalten fällt zu viel Müll an – das muss gar nicht sein!

Was bedeutet Zero Waste?

Ein neuer Lifestyle –Trend erfreut sich mittlerweile in vielen deutschen Haushalten wachsender Beliebtheit: Zero Waste, also soviel wie “null Müll”. Ganz genau das haben sich Anhänger der Bewegung vorgenommen, nämlich so wenig Müll wie nur möglich zu verursachen. Schluss mit in Plastik abgepacktes Obst und Gemüse, einzeln verpackte Schokoriegel und Joghurt im 6x 150 Gramm Plastikpack. Wer nach dem Motto “Zero Waste” besonders minimalistisch leben und dazu noch die Umwelt schonen möchte, der hat der Verschwendungskultur in Industrieländern den Kampf angesagt. Stattdessen versuchen leidenschaftliche Zero Waste-Anhänger Dinge wiederzuverwenden, geschickt einzukaufen und vorallem nur mit dem nötigsten auszukommen.

Besonders passionierte Müllgegner wie Annemarie und Matthias vom Blog „Ein Jahr im Glas“ können am Ende des Jahres den Abfall der vergangenen 12 Monate in einem einzigen Einmachglas sammeln. Das erfordert zwar einiges an Umdenken, geht aber doch einfacher als gedacht. Wir haben dir hier ein paar Tips zusammengestellt, wie auch du anfangen kannst unnötige Plastikhüllen und Großverpackungen zum umgehen – du wirst sehen, dabei sparst du auch ganz automatisch bares Geld!


Umdenken und vorallem kreativ werden

Wer sich wirklich voll und ganz auf einen neuen “Zero Waste” Lebensstil einlässt, der muss leider zwangsläufig auf die ein oder anderen Produkte verzichten. Deine heiß begehrten Marsriegel oder auch dein Lieblingsmüsli wird es vermutlich nicht mehr geben. Versuche jedoch Chancen wahrzunehmen und dich auf Neues einzulassen, statt Altem hinterher zu trauern. Dein Müsli kannst du dir beispielsweise selbst mixen oder bei akuten Naschanfällen Kekse oder einen Kuchen backen. Davon mal abgesehen, dass du Geld sparst und viel weniger Abfall generierst, tust du auch deiner Gesundheit etwas Gutes! In industriell hergestellten Süßigkeiten befindet sich meist viel zu viel Zucker und allerhand bedenkliche Inhaltsstoffe. Wenn du stattdessen dazu über gehst, selbst zu backen  weißt du auch ganz genau, was in deinem Kuchen drin ist – und vielleicht kommst du ja sogar bald mit weniger Naschzeug aus. Wenn du dich auf verpackungsfreie Lebensmittel beschränkst, kochst du auch automatisch alles frisch. Immerhin gibt es jetzt kein Dosengemüse oder gar Mikrowellengericht in der Plastikschale mehr.


Auf Resteverwertung setzen

Wenn du Reste übrig hast wie gekochte Nudeln, Reis oder Braten, wirf sie nicht weg! Daraus kannst du noch tolle Sachen zaubern. Auf diversen Rezeptseiten gibt es zig Anleitungen für tolle Restegerichte. Auch an Gemüse und Obst wird oft mehr abgeschnitten als nötig. Die meisten Vitamine und beste Wirkstoffe stecken übrigens in der Schale, also spar dir doch künftig das lästige Schälen von Kartotten, Äpfeln & Co. und genieß sie einfach mit allem drum und dran.


Eigene Verpackungen mitbringen

Das klingt wie der einfachste Tips von allen, ist aber gar nicht so leicht! Du kannst ja schlecht in den Supermarkt gehen und dort alle Verpackungen aufreißen. Jedoch gibt es mittlerweile Abhilfe in Form von Unverpackt-Läden. Das sind Märkte, in denen Lebensmittel und Hygieneprodukte entweder in Papierverpackungen oder ganz lose verkauft werden. Du nimmst dir einfach dein eigenes Behältnis oder Jutesäckchen mit und füllst vor Ort Zucker, Nudeln, Mehl, Kaffee, Reis und eben alles, was du so brauchst, um. Eine Liste von Unverpackt-Läden in Deutschland findest du hier. Auf dem Wochenmarkt funktioniert das übrigens genauso gut und die meisten Standbesitzer werden wohl damit einverstanden sein, dir deinen Wurstaufschnitt oder dein Stück Käse auf die Hand zu geben. Anders sieht das in herkömmlichen Supermärkten aus. An der Fleisch – oder Käsetheke von Edeka & Co. kann es schon vorkommen, dass auf hauseigene Verpackungen bestanden wird. Das hat mit diversen Regelungen und Hygienegesetzen in Deutschland zu tun. Probieren kannst du es trotzdem und im Notfall auch einfach nachfragen, ob du nach dem Bezahlen die Plastikverpackungen im Laden lassen kannst. Damit setzt du auch für andere ein Zeichen!


Do It Yourself ist Trumpf

Viele industriell hergestellte Produkte kannst du ganz einfach selbst machen. Das tut dir und deinem Körper gut, denn du verzichtest auf bedenkliche Inhaltsstoffe und zu viel Chemie. Statt Zahncreme, die im schlimmsten Fall schädliche Substanzen wie Fluoride enthalten kann, mische dir Zahnpulver aus Natron, gemahlener Minze, Zimt und etwas Salz selbst an. Bei anderen Produkten lohnt sich schon das Umdenken. Statt Shampoo, Duschgel und Rasierschaum kann man Seife verwenden. Da gibt es entweder spezielle Haar- oder auch Rasierseifen zu kaufen, im Notfall tut aber auch ein Stück ganz normale Kernseife ihren Dienst.

 

 

 

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